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Lippische Landeszeitung (LZ) vom 31.12.2005
FETZIGE GROOVES UND HEISSER SOUL
Fetenstimmung im Bürgerhaus

Manche Ideen sind so einleuchtend, dass man sich fragt, wieso sie nicht schon früher umgesetzt wurden. So eine Idee hatte Fritz Feger mit der Fete zwischen den Feiertagen. Prompt war die Hütte - pardon: das Bürgerhaus - voll, als das "Blue-Art-Trio", die "Vantasten" und die "Soulsession" Mittwochabend nacheinander den Lagensern einheizten.
Die Entdeckung des Abends: Soulsister Svenja. Dass das Müdchen singen kann, weiß in der Szene inzwischen jeder, aber dass Svenja Schmidt so eine Soulröhre in ihrem schönen Leib hat, haute selbst den stursten Musikbanausen um. Umgeben von Zacky an den Trommeln, Bruder Dimmi an der herrlich angerissenen Gitarre und Fritz Feger am Bassbrett entlockte Svenja nicht nur ihrem klassischen Rhodes-Piano die fetzigsten Grooves, sondern ging mit Soulklassikern von Stevie Wonder bis Tina Turner mit ihrer modulationsreichen Powerstimme so unter die Haut, dass die Songs zu neuem, elektrisierenden Leben erwachten.
Zudem kamen die vier weit besser mit der Überakustik in der ehemaligen Kirche zurecht, als die "Vantasten", die vor der "Soulsession" mit alten und neuen Songs den vollen Laden in Schwung bringen wollten. Aber wenn die Musik so laut ist, dass man weder hört, warum welches Instrument was spielt und von den deutschen Texten nur dann und wann ein Wortfetzen zu verstehen ist, kann das Ding eben nicht richtig abgehen. Solche Probleme hatte das "Blue-Art-Trio" nicht. Tilman Fischer setzte sich einfach an den Flügel und ließ sich von Tobias Richter am Bass und Julian Buhe am Schlagzeug bei seinen Improvisationen über bekannte Klassiker der Jazzliteratur wie "Blue Bossa" oder "Satin Doll" zwar noch etwas rockig, aber mit viel Spaß an der Sache begleiten. Die drei waren genau der richtige "Opener" für eine Fete, bei der eine Lagenser Pizzeria für kulinarische Genüsse sorgte und ein Discjockey die Stimmung nach der Lifemusik weiter vorantrieb.
Vielleicht sollten die Verantwortlichen im nüchsten Jahr in einen Raum gehen, der erstens mehr Platz zum Tanzen bietet und zweitens akustisch etwas leichter zu handhaben ist. Trotzdem: Ein Anfang ist gemacht, und eine Entdeckung gab es auch: Soulsister Svenja. Wenn das so weitergeht, wird Lage noch zur lippischen Fetenstadt.

Andreas Schwabe

zuletzt aktualisiert am 31.12.2005