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| MOPO (Hamburger Morgenpost) vom 5.11.2004 |
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DIE LEIBHAFTIGEN AUF DER BÜHNE Theatermusik ist wieder im Kommen Am Thalia proben Fritz Feger und Philipp Hagen »Früchte des Nichts« Thomas Schmauser meckert über diesen ganzen "Verabredungsdreck". Andreas Döhler kämpft mit dem umgestellten Text. Und dann hakt auch noch diese verdammte Pistole - kein Schuss kommt durch. Durchlaufproben sind Nervenproben. Zwei bleiben davon offenbar unberührt: Fritz Feger und Philipp Haagen, Musiker am Thalia Theater. Sie sorgen in Ferdinand Bruckners Nachkriegsdrama "Früchte des Nichts" für den rechten Ton. Die Premiere der Inszenierung von Christiane Pohle ist morgen. Was vor Jahren lässig vom Band kam, wird immer öfter live gespielt: die Bühnenmusik. Daraus entwickelt sich nach und nach ein neuer Berufszweig - der des Theatermusikers. Feger und Haagen sind typische Exemplare - sie spielen, singen, arrangieren und komponieren. Der eine 1968, der andere 1964 geboren, beide von Haus klassische Musiker. Kennen gelernt haben sie sich beim Spielen von "Gebrauchsmusik" in einer Hotellobby. Durch Zufälle sind sie zum Theater gekommen, seit 2000 sind sie regelmäßig am Thalia. Wie bei früheren Produktionen, "La Divina Commedia" oder "Kinder des Olymp", entern die beiden auch in Christiane Pohles Inszenierung die Bühne. Im ersten Teil krachen sie mit E-Bass und Posaune ihren Sound in den Saal. "Christiane wollte hier etwas im Stil von Laibach. Das ist richtig harte Musik. Da wir eher zu Jazz und Weltmusik neigen, war das eine echte Herausforderung für uns." Doch Vielseitigkeit ist ein Markenzeichen der musikalischen Jungs. Wenn das Bühnenbild sich später öffnet und mit einem blau-grünen Nebel eine Kirche simuliert, hallen sakrale Töne durch den Raum. Der "leibhaftige" Musiker hat gegenüber vorproduzierten Tonspuren einen deutlichen Vorteil: Er ist bei den Proben dabei. "Fritz", ruft Christiane Pohle. Paul Dombrowski braucht noch ein paar Töne für ihr Lied. Dann geht der Fritz mit dem Philipp ins Tonstudio in der Gaußstraße. Feger: "Im Gegensatz zum Bühnenbild lässt sich bei der Musik bis kurz vor der Premiere noch etwas ändern." Und falls der Schuss morgen noch immer nicht fällt, haben die beiden Tonkünstler sicherlich auch dafür eine kleine Improvisation zur Hand. Susann Oberacker |
| zuletzt aktualisiert am 10.2.2005 |