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Lippische Landeszeitung vom 1.9.2008 (zum Live-Prelisten im Brinkmannschen Haus)


STIMMUNGSVOLLER PINOCCHIO
Jazz-Cocktail: Theatermusik von Fritz Feger erweckt Märchenfigur zum Leben


von Sabine Hergemöller

Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Komposition, den Texten und der Darbietung Fritz Fegers für das Weihnachtsmärchen des Osnabrücker Stadttheaters, "Pinocchio". Der vielseitige Hardisser Kontrabassist präsentierte gemeinsam mit Christian Jung aus Detmold und dem extra aus Hamburg angereisten Lothar Müller Ausschnitte aus seiner Theatermusik. Die vornehmste Aufgabe von Theatermusik ist sicherlich, Stimmungen zu erzeugen und zu transportieren. Das ist an diesem Abend hervorragend geglückt. Fritz Feger nahm seine Zuhörer mit in das malerische, manchmal märchenhafte Italien Pinocchios. Mit stark ausgeprägtem italienischem Akzent entführte er die Gäste auf den lebhaften, bunten italienischen Marktplatz voller Eindrücke und Gerüche. Ebenso brachte er ihnen den impulsiven, lebenshungrigen und abenteuerlustigen kleinen Pinocchio nahe, der - kaum, dass seine Füße fertig geschnitzt waren - den armen alten Gepetto, seinen Schöpfer, verlässt, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an ihn zu verlieren. Pinocchio hält sich nicht an Vorschriften, schwänzt die Schule und lässt sich mit zwielichtigen Gestalten wie Fuchs und Kater ein, stolpert in seiner Naivität auf seinen hölzernen Beinchen in Dummheiten hinein, die ihn manchmal fast das Leben kosten. Dramatisch und überzeugend war auch die Entwicklung Pinocchios hin zu Mitgefühl und Menschlichkeit, als sein Freund Eugenio von Strolchen niedergeschlagen am Strand liegt. "Am Buch ,Pinocchio' gefallen mir besonders dessen Ursprünglichkeit, der leise Anarchismus der Figur und die fantasievolle Umsetzung durch den florentinischen Schriftsteller Carlo Collodi. Als Vorbereitung für diese Arbeit habe ich viel klassische italienische Volksmusik gehört. Die ist intensiv in meine Komposition eingeflossen", erzählt Feger. Für die Aufführungen ab dem 18. Oktober wird die Musik vorproduziert, nicht live gespielt. Christian Jung und Lothar Müller sind sich einig: "Heute Abend vor Publikum zu spielen, war für uns eine besondere Inspiration. So einen ,Tag X' bereitet man ganz anders vor, als wenn man im Studio nur einzelne Sequenzen bearbeitet."
zuletzt aktualisiert am 1.9.2008